Basketballgemeinschaft Kamp-Lintfort 1954 e.V.
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In Recklinghausen werden die Lintforter im zweiten Viertel an die Wand gespielt und steuern auf eine Blamage zu. Nach dem Seitenwechsel spielt die BGL aber wie ausgewechselt. An der Niederlage ändert das aber nichts.

62:24. So lautete der Halbzeitstand des Regionalliga-Spiels zwischen dem gastgebenden Citybasket Recklinghausen und der BG Lintfort am Samstagabend. Soeben hatten die Spieler aus dem Vest das zweite Viertel mit 40:12 gewonnen, steuerten auf einen Kantersieg zu. Doch letztlich gelang es den Gästen vom Niederrhein noch, Moral zu zeigen und die Niederlage mit 92:73 akzeptabel zu gestalten.

Inakzeptable erste Halbzeit - Moral und Leidenschaft nach der Pause

Tobias Liebke konnte in Recklinghausen auf seinen kompletten Kader zurückgreifen – auch wenn Maximilian Middeldorf aufgrund einer Erkältung deutlich geschwächt in die Partie ging. Doch seine Spieler konnten von Beginn an nicht mit dem Gegner mithalten, hatten sowohl spielerisch als auch körperlich große Probleme. Entsprechend schnell konnten sich die Gastgeber absetzen. Sah es im ersten Viertel noch danach aus, als könnte die BGL aber zumindest den Kontakt halten, brachen in den zweiten zehn Minuten dann aber alle Dämme.

Auf Seiten der Gastgeber funktionierte nun alles, hochprozentig warfen insbesondere Jarred Jones und Edijs Stiebrins aus dem Feld. Die Lintforter hatten nicht nur keine Antwort auf die Aktionen des Gegners, sie verloren zudem auch komplett den Faden. Vorne wurden die Bälle leichtfertig hergegeben, keine klaren Offensivaktionen konnten erspielt werden. Entsprechend einfach hatte es die Recklinghäuser, ihren eigenen Rhythmus beizubehalten und sich in einen Rausch zu spielen. „Wenn du in einem Viertel 40 Punkte kassierst, läuft irgendetwas gehörig falsch. Wir haben uns hängen und einfach an die Wand spielen lassen, auch wenn Recklinghausen schon eine überragende Trefferquote hatte.“, sagte Tobias Liebke in der Halbzeitpause.

Doch in der Kabine streute er nicht noch zusätzliches Salz in die klaffende Wunde, sondern motivierte und baute auf. Entsprechend kam die BGL wie ausgewechselt zurück aufs Feld. Defensiv stimmten nun Einsatz und Abstimmung, dem Gegner wurde es nun deutlich schwerer gemacht, zu Punkten zu kommen. Das hatte zur Folge, dass auch das Selbstvertrauen wieder stieg und die eigenen Würfe nun deutlich häufiger das Ziel fanden. Entsprechend erzielte die BGL im dritten Abschnitt mit 25 Punkten einen mehr als in der gesamten ersten Hälfte und konnte den deutlichen Rückstand leicht verkürzen.

Auch im Schlussabschnitt setzte man alles daran, sich noch einmal von der besseren Seite zu zeigen. Mit Erfolg: Insbesondere Gideon Schwich und Lennart Boner konnten sich unter dem Korb nun vermehrt durchsetzen und dazu beitragen, das eigene Selbstvertrauen wieder in einen intakten Zustand zu versetzen. Denn am kommenden Samstag gilt es, ein letztes Mal noch alles auf das Feld zu bringen, was möglich ist. Dann erwartet die BGL die AOK Ballers Ibbenbüren zum letzten Saisonspiel und kann hinterher womöglich den vor der Saison niemals für möglich gehaltenen Klassenerhalt feiern.

„Die erste Halbzeit haken wir ab. Ein großes Lob zollen muss ich aber für die Begeisterung und Moral, die wir nach dem Seitenwechsel gezeigt haben. Eine Halbzeit in Recklinghausen mit 49:30 gewinnen, ist auch nicht alle Tage möglich. Das hat dann auch Spaß gemacht und war toll anzusehen. Und das war wichtig für die Stimmung, denn so können wir befreit ins letzte Spiel gehen und hinterher kräftig feiern, egal auf welchem Tabellenplatz wir am Ende stehen“, lautete das Fazit von Tobias Liebke nach der Partie.

Punkte: Boner (22), Schwich (14), Feige (12), Th. Achtermeier (8), Mellmann (6), Schmak (4), Wittich (3), Ti. Achtermeier, Töps (beide 2)