Basketballgemeinschaft Kamp-Lintfort 1954 e.V.
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Die BG Lintfort verliert ihre Regionalliga-Premiere gegen Münster am Ende deutlich, überzeugt aber durch Herz und Einsatz. Erst in den letzten zehn Minuten können die Gäste davon ziehen. Eine Niederlage kassiert auch die „Zweite“ bei ihrem Oberliga-Debüt, die Herren 3 und Damen siegen hingegen.

Es war das erhoffte Fest für die BG Lintfort. Vor über 550 Zuschauern feierten die Klosterstädter am Samstagabend ihr erstes Spiel in der Regionalliga gegen Aufstiegsfavoriten WWU Baskets Münster. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Glückauf-Halle setzte sich der Favorit dank eines starken Schlussviertels durch, das Endergebnis lautete 52:79(26:40).

Großes Herz, großer Einsatz, großes Spiel

Dementsprechend stolz war man in Reihen der BGL am Ende. Stolz darauf, der vermeintlichen Chancenlosigkeit lange die Stirn geboten zu haben. Denn viele trauten dem Team von Coach Tobias Liebke vor der Partie nicht zu, mit dem Gast aus Westfalen auch nur ansatzweise mithalten zu können. Doch das gelang durchaus. Zwar hatten die Gäste die Partie jederzeit unter Kontrolle, konnten die BGL bis zur 30. Minute aber nicht abschütteln. Das lag auf Lintforter Seite vor allem an Till Achtermeier, der von der Dreierlinie insgesamt fünf seiner neun Versuche traf und das Team anführte.

Vor allem in den ersten Minuten waren es die Treffer von außen, die die BGL im Spiel hielten. In der neunten Minute konnte die BGL sogar noch eine Führung verzeichnen (14:13). Doch bis zum Ende des ersten Abschnitts drehten die Gäste, angeführt vom überragenden Stefan Wess, auf und setzten sich erstmals leicht ab (14:19). Schon zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass die WWU Baskets jeden Zentimeter Platz effektiv nutzten, der ihnen gewährt wurde. Die Folge war ein 15:0-Lauf der Gäste, der ihre Führung entsprechend rasch anwachsen ließ. Die BGL hatte in dieser Phase Probleme, das hohe Tempo mitzugehen und die Schützen unter Kontrolle zu bekommen. Immer wieder trafen die Gäste von außen - so auch mit dem Pausenpfiff (26:40).

Die Lintforter ließen die Köpfe nach dem Seitenwechsel aber nicht hängen und hatten in den Momenten nach Wiederbeginn ihre beste Phase. Fünf schnelle Punkte ließen den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich fallen, die Halle kochte vor Begeisterung. Doch nun zeigte sich, warum die Münsteraner als Aufstiegskandidat gelten. Ihre Ausgeglichenheit nutzten sie nun, um die BGL vor unlösbare Probleme zu stellen, immer wieder hatten die Lintforter in der Defensive das Nachsehen. Am Ende des Spiels sollten schließlich fünf Gästespieler zweistellig gepunktet haben, 33 Punkte steuerten Ersatzspieler hinzu - auf BGL-Seite waren es dieser nur zwei. Dennoch: Die Gastgeber gestalteten das dritte Viertel sogar ausgeglichen, lagen auch vor dem Schlussabschnitt noch in Reichweite der Gäste.

Doch in den letzten zehn Minuten mussten die Lintforter dann ihrem bedingungslosen Einsatz und Kampf Tribut zollen. Die Kräfte schwanden nun zusehends, was den Gästen die Sache natürlich immer einfacher machte. So zogen sie nun letztlich doch davon, konnten ihre Führung zwischenzeitlich auf über 30 Punkte ausbauen. Dennoch zeigte die BGL weiterhin großen Einsatz und konnte auch diesen Rückstand bis zum Ende noch einmal verkürzen. Letztlich konnte aber niemand mehr am klaren Sieg des Favoriten rütteln.

Tosenden Applaus von den Rängen gab es für die BGL trotzdem, und auch Coach Tobias Liebke fand trotz der Niederlage nur lobende Worte. „Wir wollten zeigen, dass wir in dieser Liga nicht nur Kanonenfutter sind. Das ist uns 30 Minuten gelungen, danach hat leider die Kraft nicht mehr gereicht. Aber diese Spiele sind es, die uns weiterbringen, weswegen wir auch den Aufstieg wahrgenommen haben. Eine einmalige Erfahrung. An dieser Leistung wollen wir anknüpfen und in den kommenden Partien mit genau so viel Herz auftreten wie heute“, sagte der 32-Jährige im Anschluss. „Ein großes Dankeschön geht heute auch an alle, die in die Halle gekommen sind und uns unterstützt haben. Die Atmosphäre war der Wahnsinn, der große Aufwand in der Sommerpause hat sich gelohnt“, konstatierte auch BGL-Topscorer Till Achtermeier hinterher.

Nun geht es für die BGL am Freitag zum nächsten Meisterkandidaten. Um 20.30 Uhr spielen die Lintforter bei den ART Giants Düsseldorf, die am ersten Spieltag eine überraschende Niederlage beim SV Hagen-Haspe hinnehmen mussten. Zwei Tage später findet dann nicht nur die Bundestagswahl, sondern bereits das nächste Heimspiel der BGL gegen die Hertener Löwen statt.

Punkte: Ti. Achtermeier (19), Boner (14), Mellmann (7), Schmak, Th. Achtermeier (beide 5), Schwich (2)

Zweite Herren zahlen Lehrgeld, Herren 3 und Damen siegen gegen Solingen

Eine Niederlage musste im Vorhinein auch die zweite Herrenmannschaft der BGL hinnehmen. Bei ihrem Debüt in der Regionalliga musste das junge Team von Neu-Coach Marcel Kower viel Lehrgeld zahlen und war dem TV Jahn Königshardt vor allem in Sachen Robustheit und Körperlichkeit unterlegen. Dementsprechend deutlich setzten sich die Gäste aus Oberhausen am Ende durch, gewannen mit 91:67.

Die dritte Herrenmannschaft sowie die Damen konnten hingegen Siege zum Saisonauftakt feiern. Beide Teams setzten sich gegen die TSG Solingen Sharks durch. Die Landesliga-Herren konnten sich in einer über weite Strecken ausgeglichenen Begegnung am Ende mit 63:54 durchsetzen.

Bei den Damen wurde es da schon ein wenig knapper. Das im Vergleich zur Vorsaison verjüngte Team konnte sich in der Offensive besser präsentieren als gewohnt, offenbarte dafür aber einige defensive Schwächen. Dennoch machten vor allem die neu integrierten Jugendspielerinnen einen guten Job und verhalten der BGL zu einem knappen 57:55-Erfolg. Punkte: Krüger (15), L. v. d. Berg, Hähnel (beide 12), J. v. d. Berg (7), Schulte-Tickmann (6), Kortwig (5)