Basketballgemeinschaft Kamp-Lintfort 1954 e.V.
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Die Gäste setzen sich nach hochintensiver Partie verdient bei den Klosterstädtern durch

Es war eine entscheidende Partie für die Regionalliga-Basketballer der BG Lintfort. Gegen den Tabellenletzten ETB Essen 2 musste die Mannschaft von Coach Tobias Liebke gewinnen, um noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Daraus wurde jedoch nichts. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet gewinnen nach hart umkämpften 40 Minuten nicht unverdient mit 85:78(45:41) bei der BGL und klettern dadurch auf den zehnten Tabellenplatz. Die Lintforter haben zwar immer noch eine kleine Restchance auf den Ligaverbleib, dafür müssen aber mehrere Faktoren zu Gunsten der BGL zusammentreffen.

Derweil hat die zweite Herrenmannschaft dank einer Energieleistung im Schlussviertel die Überraschung gegen den Spitzenreiter TSV Viktoria Mülheim geschafft. Einen Zwölf-Punkte-Rückstand vor dem Schlussabschnitt drehten die Spieler von Coach Wittich noch und konnten damit einen enorm wichtigen 66:59(25:34)-Sieg im Kampf um den Klassenerhalt feiern.

BGL verliert erstes Endspiel gegen Essen und muss um den Klassenerhalt bangen

Knapp 30 Sekunden vor dem Ende wurde es ziemlich still in der Glückauf-Sporthalle. Die BGL hatte soeben einen wichtigen Angriff nicht erfolgreich beenden können und damit ihre Chance auf die Wende gegen die Reserve des Zweitbundesligisten Essen liegen gelassen. Zuvor hatten die rund 200 Zuschauer in der Glückauf-Sporthalle eine hochintensive und enorm hart umkämpfte Partie gesehen. Man merkte von der ersten Sekunde an, dass es für beide Teams ums Überleben ging. Dementsprechend vollbesetzt war der Gast aus dem Ruhrgebiet auch angereist. Nach dem Aus in den Playoffs in der zweiten Liga konnte Coach Tobias Trutzenberg auf sämtliche spielberechtigte ProA-Akteure zurückgreifen und seinem Team damit enorm viel Tiefe verleihen.

Schon in den ersten Minuten zeigte sich dementsprechend, dass die BGL vor einer harten Aufgabe stand. Die Anfangsphase gehörte klar den Gästen, die sich schnell ein kleines Polster erspielen konnten. Die BGL hielt jedoch dagegen und profitierte auch von der oft unsauberen Verteidigung der Essener. Schnell hatten viele entscheidende Akteure des ETB, darunter Top-Spieler Lukas Klöß, mehrere Fouls auf dem Konto. Dadurch gelang es den Gastgebern, von der Freiwurflinie aus den Kontakt zum Kontrahenten zu wahren - auch wenn man bereits hier einige Chancen liegen ließ.

Im zweiten Viertel wurde es dann zunehmend hektischer. Schnell verteilte das an diesem Abend sehr souverän und ausgeglichen pfeifende Schiedsrichtergespann dementsprechend technische und unsportliche Fouls. Dennoch waren es zunächst die Gäste, die die BGL auf Distanz halten konnte, da auf Seiten der Klosterstädter vor allem die Würfe von den Außenpositionen noch nicht wie gewohnt den Weg durch die Reuse fanden.

Nach dem Seitenwechsel setzte sich dieses Bild fort. Die BGL schloss auf und konnte sogar in Führung gehen. Angeführt vom bärenstarken Joel Aminu hatte man die Chance, sich nach 24 Minuten erstmals größer abzusetzen. Doch der ETB konterte in Person von Klöss und Ex-BGL’er Mark Gebhart. Die beiden hielten ihr Team zunächst im Spiel. Zudem drehten die Ruhrgebietler nun auch in der Defensive wieder auf und zwangen die BGL zu einigen unnötigen Ballverlusten. Zudem wurden mehrere einfache Chancen zu fahrlässig vergeben, um in dieser Phase das Heft des Handels in den eigenen Händen zu halten.

Mittlerweile befanden sich einige der Gästespieler schon in enormer Gefahr, mit fünf Fouls vom Feld zu müssen. Doch zum Leidwesen der Klosterstädter bewahrte der ETB auch im Schlussabschnitt die Ruhe, hatte auf jede erfolgreiche Aktion der BGL eine Antwort und profitierte gerade in den Schlussminuten im nun auch nachlässigen Reboundverhalten der Gastgeber. Schließlich gelang es nicht mehr, den Rückstand noch einmal umzudrehen. Durch diese Niederlage rutscht die BGL nun auf den vorletzten Platz - zeitgleich gewann der TuS Opladen sensationell bei ART Düsseldorf und machte damit die wohl auch letzte Chance auf den Lintforter Klassenerhalt zunichte.

Denn das rettende Ufer ist nur noch bei folgendem Szenario erreichbar: die BGL muss ihre beiden letzten Saisonspiele gewinnen, Essen mindestens eines verlieren. Gleichzeitig muss ART Düsseldorf im Vergleich zum SV Hagen-Haspe in der Parallelstaffel der bessere Zweitplatzierte werden. Dann würden die Landeshauptstädter nämlich in die erste Regionalliga aufrutschen und der zehnte Platz würde für die BGL zum Klassenerhalt reichen.

Tobias Liebke ordnete die Situation hinterher allerdings realistisch ein: „Wir werden den Teufel tun und die Hoffnung nicht aufgeben. Wie Frank Buschmann so schön sagte: ‚Hinten kackt die Ente‘. Allerdings sind die Chancen doch relativ gering, dass es für uns am Ende noch reicht. Dafür hätten wir heute gewinnen müssen, und das haben wir letztlich nicht geschafft, weil wir im letzten Viertel einfach zu viele zweite Chancen zugelassen haben. Das ist schade, denn eigentlich haben wir sehr viel richtig gemacht - nur leider nicht über die gesamten vierzig Minuten.“

Punkte: Aminu (27), Feige, Ti. Achtermeier (je 11), Schmak (8), Kower (7), Krüger, Th. Achtermeier (je 4), Wagner, Durdel (je 3)

 

Herren 2 gelingt Überraschung gegen Mülheim und damit Schritt Richtung Klassenerhalt

Einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt hat hingegen und völlig überraschend die zweite Herrenmannschaft gemacht. Denn gegen den Spitzenreiter TSV Viktoria Mülheim sah es lange Zeit nach einer Niederlage für das Team von Coach Patrick Wittich aus, doch in den letzten zehn Minuten fand die BGL plötzlich zu ihrem Rhythmus - auch dank einer Leistungsexplosion von Jochen Durdel.

Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet waren technisch klar überlegen, verhaspelten sich aber schon in den Anfangsminuten zu sehr in Schönspielerei und zu komplizierten Passwegen. Die BGL spielte in Ruhe ihr Spiel und tat nicht mehr, als sie musste. So blieb man in der ersten Halbzeit zu jeder Zeit in Schlagdistanz. Erst in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel ging die Konzentration auf Seiten der Klosterstädter einer wenig verloren, was der TSV sofort zu nutzen wusste.

Nach dem Seitenwechsel wollten die Spieler von Wittich an diese Leistung anknüpfen, doch nun machten sich mehr und mehr die auch körperlichen Vorteile der Gäste bemerkbar. Zudem wirkte die BGL im Angriff zu hektisch und wartete nicht geduldig auf ihre Chance. Doch im letzten Viertel riss Durdel dann alle von den Sitzen. Quasi im Alleingang egalisierte er den Vorsprung der Mühleimer, versenkte vier Dreipunktewürfe in nur zwei Minuten und brachte die BGL wieder ins Spiel. Die Gäste wurden nun zusehends nervöser, verloren den roten Faden im Angriffsspiel und lagen plötzlich im Hintertreffen.

Zwei Minuten vor dem Ende sah es dann zunächst danach aus, als ob der TSV noch einmal zurückschlagen könne. Doch wiederum Durdel sorgte mit einem unfassbaren „Dreier“ aus rund zehn Metern Entfernung für den Todesstoß und damit dann auch für den alles in allem verdienten Erfolg für die BGL.

Punkte: Durdel (18), Middeldorf (13), Schöter (11), Tiggelkamp (10), Illbruck, Vertlugov (je 5), Porwit (4)