Basketballgemeinschaft Kamp-Lintfort 1954 e.V.
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Aufsteiger unterliegt dem Titelkandidaten Bonn-Meckenheim erst nach Verlängerung

Tapfer gekämpft, kurz vor der Sensation gestanden und am Ende doch mit leeren Händen dagestanden. Die Regionalliga-Basketballer hatten am gestrigen Samstag den selbsternannen Titelkandidaten der BG Bonn-Meckenheim am Rand einer Niederlage, mussten sich schließlich aber nach Verlängerung geschlagen geben.

Dagegen konnte die zweite Herrenmannschaft ihren ersten Saisonsieg feiern. Gegen die SW Baskets Wuppertal setzte sich das Team von Coach Patrick Wittich nach engagierter Leistung letztlich verdient durch. Auch die Damenmannschaft belohnte sich für ihre Mühen und konnte beim Landesliga-Absteiger TuS Hilden den zweiten Saisonsieg feiern. Damit setzt sich das Team von Trainerin Steffi Buchwald vorerst in der Spitzengruppe fest.

Ausführliche Informationen und alles Wichtige zu den gestrigen Spielen liefert nun wie gewohnt unser Nachbericht.

Tapfer kämpfende BGL belohnt sich am Ende nicht  - Gast entführt zwei glückliche Punkte

Die Stimmung in der Lintforter Glückauf-Sporthalle konnte man am Samstagabend gegen 22:30 Uhr nicht exakt einordnen. Nachdem soeben das zweite Saisonspiel der Regionalliga-Basketballer der BG Lintfort zu Ende gegangen war, sah man sowohl frustrierte als auch begeisterte Gesichter - und zwar nur auf Seiten der Gastgeber. Denn die Klosterstädter konnten sich am Ende des Abends nicht für eine aufopferungsvolle und auch spielerisch überzeugende Leistung belohnen, unterlagen dem selbsternannten Titelkandidaten BG Bonn-Meckenheim letztlich nach Verlängerung knapp mit 76:83(42:29,71:71).

Coach Tobias Liebke ging zuversichtlich in die Partie, auch wenn er kurzfristig auf seinen Kapitän Marcel Kower sowie auf den erkrankten Paul Krüger verzichten musste. Denn der Auftritt der Vorwoche hatte dem Lintforter Trainer gefallen, Kritik konnte er in den Trainingseinheiten unter der Woche nicht üben. Und auch sein Team schien hochmotiviert und agierte wie gefordert: ohne Angst, aber mit dem nötigen Respekt. Von Beginn an entwickelte sich eine wahnsinnig schnelle Partie mit einer hohen Intensität. Die Zuschauer bekamen ein wirklich ansehnliches Spiel geboten, in welchem sich beide Mannschaften in der Anfangsphase nichts schenkten und auf Augenhöhe agierten. Doch zur Mitte des ersten Viertels gelang es den Gastgebern erstmals, einen kleinen Vorsprung heraus zu spielen. Besonders durch ein überzeugendes Reboundverhalten kam man in der Offensive immer wieder zu zweiten Chancen, die man effektiv zu nutzen wusste.

Die Gäste aus dem Rheinland schienen ein wenig überrumpelt vom forschen Auftritt der BGL. Gerade der lettische Aufbauspieler Kris Reksna kam zunächst nicht wie gewohnt zur Entfaltung und konnte seine Offensivstärke nur in Grenzen zeigen. Die Klosterstädter zeigten sich hingegen weiter variabel und kampfstark, ließen Ball und Gegner laufen und konnten den Gegner auch durch eine intensive Verteidigungsarbeit immer wieder zu Ballverlusten zwingen. So setzten sich die Hausherren kurz vor der Halbzeit erstmals mit mehr als zehn Punkten ab, die nur 29 Zähler der BG Bonn-Meckenheim war zur Pause auch Ausdruck der Lintforter Defensivstärke bis hierhin.

In der Kabine schwor Liebke seine Spieler darauf ein, nun weiter hellwach zu bleiben, er erwartete nun vor allem, dass Reksna das Spiel nun vermehrt in die eigenen Hände nehmen sollte. Dieser Fall trat nach dem Seitenwechsel zunächst auch ein, der Lette zeigte ein ums andere Mal seine Klasse und versenkte einige wichtige Dreipunktwürfe. Doch die Hausherren hatten nach einigen Minuten ihre Linie wiedergefunden, besonders der 17-jährige Joel Aminu übernahm in dieser Phase die Verantwortung und hielt den Vorsprung zum Ende des dritten Viertels im zweistelligen Bereich. Die Sensation war greifbar nahe, der BGL standen jedoch noch zehn harte Minuten bevor. Vor allem an der Freiwurflinie machte sich nun der körperliche Verschleiß bemerkbar. Die vorher gute Quote sank immer weiter in den Keller, die Hausherren verpassten es des Öfteren, für eine Vorentscheidung zu sorgen.

So kam es, wie es kommen musste. Meckenheim verringerte den Vorsprung minütlich, knapp zehn Sekunden vor dem Ende konnten sie die Partie erstmals ausgleichen. Zwar gelang Patrick Wittich vier Sekunden vor Schluss noch einmal die BGL-Führung, doch mit der Schlusssirene glich der Gast erneut aus - es ging in die Verlängerung. In dieser kippte das Momentum dann endgültig zu Gunsten der Gäste. Reksna und Co spielten nun ihre konditionelle Überlegenheit aus, den Klosterstädtern unterliefen zu viele Flüchtigkeitsfehler und auch die Wurfquote konnte nicht mehr gesteigert werden. So entführten  die Gäste am Ende zwar nicht unverdient, aber dennoch mit einer gehörigen Portion Glück die Punkte aus der Klosterstadt.

Auch Tobias Liebke schwankte hinterher zwischen Lob und Frust: „In solchen Momenten ist es immer schwer, eine Einschätzung abzugeben. Wir haben heute alles in die Waagschale geworfen, was uns zur Verfügung stand und uns auch füreinander zerrissen. Leider haben uns in der Verlängerung dann schlicht und einfach die Kräfte verlassen, eventuell hätten wir das Spiel vorher schon entscheiden müssen. Aber dennoch kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben. Besonders Joel hat heute wieder seine ganze Klasse gezeigt, auch Janosch Feige und Patrick Wittich haben ein starkes Spiel abgeliefert. Und ein Sonderlob geht auch an das Schiedsrichter-Gespann, das war wirklich eine hervorragende Leistung der Beiden, das muss auch einmal gesagt werden! Nun dürfen wir uns aber nicht vergraben, sondern müssen mit derselben Einstellung nächste Woche in Uerdingen antreten.“

Punkte: Aminu (23), Feige (11), Wagner, Th. Achtermeier (je 10), Wittich (6), J. Durdel (5), Ti. Achtermeier, Schmak (je 4), Karakaya (3)


Verdienter erster Saisonerfolg für die Herren 2

Die zweite Herrenmannschaft konnte hingegen ihren ersten Saisonsieg feiern. Gegen die SW Baskets Wuppertal setzten sich die Klosterstädter letztlich verdient mit 64:57(35:30) durch. Nach der deutlichen Niederlage in Langenfeld zum Saisonauftakt hatte sich das junge Team von Coach Patrick Wittich vorgenommen, mit einem anderen Gesicht aufzutreten. Dies gelang auch von Beginn an.

Die BGL spielte fokussiert und zielstrebig, ließ den körperlich überlegenen Gegner nicht in die entsprechenden Wurfpositionen kommen und konnte sich offensiv immer wieder freie Chancen erspielen. Besonders der 16-jährige Max Middeldorf lenkte das Spiel umsichtig und hatte ein ums andere Mal das Auge für seine Mitspieler. So erspielten sich die Hausherren einen knappen Vorsprung, den sie bis zur Halbzeit auch halten konnten.

Nach dem Seitenwechsel blieb es dabei, dass die BGL-Reserve den Takt vorgab und auf jede Aktion des Gegners eine Antwort parat hatte. Erst kurz vor dem Ende gelang den Wuppertalern erstmals der Ausgleich. Doch die Spieler von Coach Wittich behielten an der Freiwurflinie die Nerven und konnten sich schließlich über den wichtigen ersten Saisonsieg freuen.

Punkte: Schöter (19), Middeldorf (14), Tiggelkamp (13), Malesevic (11), J.-C. Grandjean (3), Porwit, P. Grandjean (je 2)


Damen feiern zweiten Saisonsieg und setzen sich oben fest

Auch die Damenmannschaft der BG Lintfort blieb am Wochenende siegreich. Nach dem klaren Auftakterfolg gegen Sterkrade musste das Team von Trainerin Steffi Buchwald am Samstag beim Landesligaabsteiger TuS Hilden antreten, wo man nach vierzig Minuten mit einem 42:30(24:19)-Erfolg das Feld als Gewinner verließ.

Die Gastgeberinnen konnten am ersten Spieltag ebenfalls einen deutlichen Sieg feiern, es begegneten sich demnach zwei Teams auf Augenhöhe, welche sich unbedingt in der Spitzengruppe festsetzen wollten. Dennoch entwickelte sich von Beginn an eine zähe Partie, in welche beide Mannschaften keine besonders herausragende Leistung zeigten und sich gegenseitig zu neutralisieren zu schienen. Doch am Ende bewies die BGL die besseren Nerven, konnte sich stetig absetzen und schließlich mit dem zweiten Saisonsieg im Gepäck die Heimreise antreten.